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Machtkämpfe im Betriebsrat- Wie spät ist es im Team?

Wie spät ist es im Betriebsrat?

5 Minuten vor 12? Gratulation! Du bist ein schlagkräftiges Betriebsratsteam.

Oder toben im Betriebsrat immer noch erbitterte Machtkämpfe? Wenn ja, dann bist du mitten in der Kampfphase und der Uhrzeiger pendelt zwischen 3 und 6.

Bevor ich dich weiter verwirre oder du mich für verrückt erklärst, bringe ich Licht ins Dunkle.

Ein Betriebsratsteam durchläuft ähnlich wie der Mensch verschiedene Entwicklungsphasen – ob bewusst oder unbewuust.

Die Teamentwicklungsuhr, die der amerikanische Psychologe Bruce Wayne Tuckman entwickelt hat, veranschaulicht diese einzelnen Phasen und hilft dir besser zu erkennen, in welcher Teamentwicklungsphase sich dein Gremium befindet.

1. Die Kennenlernphase

In der ersten Phase kommt der Betriebsrat das erste Mal zusammen und lernt sich kennen – zum Beispiel nach der Betriebsratswahl oder nach der Gründung eines Ausschusses.

Diese Anfangsphase durchlaufen auch eingeschworene Betriebsratsgremien, wenn Betriebsratsmitglieder neu in das Team kommen oder es wieder verlassen. Das gilt auch für Betriebsratssitzungen mit ständig wechselnder Mannschaft, was in der Natur der Sache liegt.

In der Regel sind die Betriebsräte in dieser Phase noch vorsichtig und warten ab, wie sich die Dinge entwickeln – Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel.

2. Die Kampfphase

Die Kampfphase wird auch als Konfrontationsphase bezeichnet. Wenn im Betriebsrat erbitterte Machtkämpfe zwischen einzelnen Betriebsratsmitgliedern oder Fraktionen toben, dann Uhr schlägt zwischen 3 und 6.

Machtkämpfe und Listendenken haben den Betriebsrat voll im Griff. Konflikte werden hintem Rücken ausgetragen und Cliquenwirtschaft ist an der Tagesordnung. Die Stimmung ist im Keller.

Auch wenn diese Phase Zeit und Nerven kostet, ist sie für eine erfolgreiche Teamentwicklung im Betriebsrat wichtig. Bleib aber nicht in dieser Phase stecken und bringe als Betriebsratsvorsitzender deine Mannschaft schnell wieder aus der Gefahrenzone raus.

Denn ständige Reibereien erschweren die Betriebsratsarbeit und bringen sie im schlimmsten Fall zum Erliegen – eine Katastrophe für die Belegschaft.

3. Die Organisationsphase

Um aus der Kampfphase in die nächste Phase zu gelangen, braucht ein Betriebsrat Ziele. Und daran scheitern leider die meisten, denn sie verwechseln Ziele mit frommen Wünschen – aber das ist eine andere Geschichte.

In dieser Phase müssen Ziele, Aufgaben und die Rollen im Betriebsratsteam klar definiert und gerecht verteilt werden. Vereinbare deshalb im Gremium Regeln für eine bessere Zusammenarbeit und für ein gutes Miteinander.

Dann macht die Betriebsratsarbeit auch wieder Spaß. Wenn sich Konflikte wieder zu Wort melden, spreche sie offen und ehrlich an.

Auch konstruktives Feedback sollte dein ständiger Begleiter sein, denn du brauchst Rückmeldungen von deinen Betriebsratskollegen, wie sie die Wetterlage im Betriebsrat sehen.

4. Die Kooperationsphase

Die letzte Phase im Teamentwicklungsprozess ist die Kooperation. Die Betriebsratsarbeit läuft auf Hochtouren. Alle krempeln ihre Ärmel hoch und werfen ihre Stärken in den Betriebsratstopf, um für die Kollegen das Beste herauszuholen.

Die Stimmung im Betriebsrat ist heiter. Vertrauen, Offenheit und Hilfsbereitschaft sind wieder in den Betriebsrat eingekehrt.

Doch Vorsicht: Die Teamentwicklungsuhr ist keine normale Uhr. Sie hat den Drang, rückwärts zu laufen. Deshalb musst du sie immer wieder aufziehen, denn ansonsten landest du ganz schnell wieder auf dem Schlachtfeld.

Wie spät ist es im Betriebsrat?

Die Frage kannst nur du beantworten. Welche Stunde auch immer im Betriebsrat schlägt, du allein hast es in der Hand, an dem Uhrzeiger zu drehen – natürlich in Richtung 5 vor 12.

Die Teamentwicklungsuhr kann du hier runterladen!

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JA, WIR WOLLEN EIN TEAM WERDEN

Und denke daran: Ganz gleich was für ein großer Krieger er ist, ein Häuptling kann die Schlacht nicht gewinnen ohne seine Indianer.

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Anke Schultz

Anke Schulz

Ich bin Trainerin, Autorin und Gründerin der BETRIEBSRATS HELDEN. In meinen Seminaren helfe ich Betriebsräten, bessere Redner und kluge Verhandler zu werden.

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